Erfolgreiches Urteil im Streit gegen die Postbank

Derzeit werden zahlreiche Klagen vor den Amts- und Landgerichten in Hamburg gegen die Deutsche Postbank AG geführt, weil der Filialleiter der Postbankfiliale in Leer Sonderkonditionen gewährte, zu denen er laut Aussage der Bank nicht befugt war. Sie stornierte daher zahlreiche Gutschriften.

Rechtsanwältin Nina Seidemann gewann nun in einem Prozess vor dem Landgericht Hamburg gegen die Deutsche Postbank AG. Der Kläger hatte einen Zinssatz i.H.v. 3,7% p.a. für ein Tagesgeldkonto zugesagt bekommen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich jedoch lediglich um ein zinsloses Girokonto, so dass die Deutsche Postbank AG die Zinsgutschrift i.H.v. 12.487,00 € wieder stornierte.

Da sich die Bank weigerte, die Stornierung rückgängig zu machen, reichte Rechtsanwältin Seidemann Klage vor dem Landgericht Hamburg ein. Zur Begründung führte sie aus, dass sich die Deutsche Postbank AG das Verhalten des Filialleiters im Rahmen der Anscheinsvollmacht zurechnen lassen müsse. Für den Kunden sei nicht erkennbar gewesen, dass der Filialleiter zum Abschluss des Vertrages nicht berechtigt gewesen sei. Außerdem habe es der Postbank auffallen müssen, dass die Filiale in Leer bundesweit bei der Einwerbung von Anlagegeldern ganz vorne gelegen habe, und zwar trotz Kleinstadtcharakters. Zudem habe es gänzlich an einer Innenrevision gefehlt. Darüber hinaus habe der Filialleiter bereits seit mehreren Jahren solche Zusagen gegenüber anderen Kunden getätigt.

Das Landgericht Hamburg folgte unserer Rechtsauffassung und gab der Klage vollumfänglich statt. Es ist davon auszugehen, dass die Deutsche Postbank AG gegen das Urteil Berufung einlegen wird, da bereits mehrere Klagen abgewiesen worden sind.